Reisen in schwarz und weiss

Seit ich einen Führerschein hatte, zog es mich immer wieder nach Frankreich. Zuerst mit Kumpels, dann mit Freundinnen erkundete ich das Land. Besonders oft war ich in Paris und lernte die Stadt kennen bevor auch dort die Wolkenkratzer in den Himmel schossen.

Oft brach ich am frühen Morgen mit meiner Kameratasche auf um den ganzen Tag kreuz und quer durch die Stadt zu laufen. Ohne Ziel ließ ich mich treiben, die Augen immer auf  das nächste Fotomotiv gerichtet. Dabei schärfte ich meine Sinne für Menschen. Was machen sie? Was machen sie in zwei Sekunden? Gibt das ein Foto her? Ich lernte vorauszuschauen und entwickelte ein Gefühl dafür was sich gleich vor meiner Kameralinse ereignen würde.

Heute kann man mit den Digitalkameras draufhalten und ein Bild nach dem anderen schießen. Ich hatte einen Schwarz-Weiss-Film in der Kamera und nach 36 Bildern war Schluss. In der Tasche waren vier oder fünf Filme, die mussten reichen für den ganzen Tag. So lernte ich sparsam mit dem Material umzugehen und mich auf mein Gefühl zu verlassen.

Einige der hier gezeigten Bilder sind mir sehr ans Herz gewachsen. Die Frau, die seelenruhig in einer vollbesetzten Metro ein Buch liest. Der Junge, der an der Kettenabsperrung klettert. Die Frau mit der Schmetterlingsbrosche, die verzückt einem Straßenmusiker zuhört. All' diese Menschen habe ich nur ein einziges Mal für ein paar Augenblicke gesehen. Trotzdem frage ich mich  oft, was denn aus ihnen geworden ist, knapp 40 Jahre nachdem ich sie fotografiert habe.

 

 

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